Schweinefleisch ist die mit Abstand wichtigste Fleischart der Schweiz. Mit 19,37 Kilogramm pro Person liegt es klar vor Geflügel und Rind. Und es ist die einzige grosse Kategorie, in der die Schweiz nahezu selbstversorgt bleibt.
Herkunft des Angebots 2025
Anteile am Gesamtangebot von 177’768 Tonnen
Der Markt in Zahlen
Schweinefleisch führt das Pro-Kopf-Angebot vor Geflügel mit 16,54 und Rindfleisch mit 11,55 Kilogramm an. Nur Kalbfleisch erreicht einen höheren Inlandanteil. Der Schweinebestand nahm 2025 weiter leicht ab auf rund 1,26 Millionen Tiere.
Pro-Kopf-Angebot 2025 im Vergleich
Kilogramm pro Person und Jahr
Der Rückgang verläuft geordnet und zahlt sich aus. Der durchschnittliche Preis ab Hof lag bei 4.52 Franken pro Kilogramm Schlachtgewicht, der Produzentenpreisindex 10 Punkte über dem Basiswert von 2020 und 3 Punkte über dem Vorjahr. Eine bewusst gedrosselte Produktion trifft auf stabilen Konsum, was auskömmliche Preise ermöglicht.
Einordnung
Die Branchenstatistik weist ein Pro-Kopf-Angebot aus und keinen Konsum. Die Zahl umfasst auch Knochen, weggeschnittenes Fett, verdorbene Ware und Verfütterung an Haustiere. Der effektiv verzehrte Anteil liegt deutlich tiefer.
Beliebtheit und Kaufverhalten
Mehr als die Hälfte des im Detailhandel verkauften Schweinefleischs geht als Wurst- oder Charcuterieprodukt über den Ladentisch. Die Verarbeitungsbetriebe setzen also auf Schweizer Rohware, und die Kundschaft schätzt die daraus entstehenden Spezialitäten. Darin liegt der Hauptgrund für den hohen Inlandanteil.
Schweizer Haltungsstandards
Freies Abferkeln, Beschäftigungsmaterial rund um die Uhr, unkupierte Ringelschwänze, ein Verbot von Vollspaltenböden und verpflichtende Gesundheitsprogramme: Diese Standards suchen international ihresgleichen. Das Futter ist frei von gentechnisch veränderten Organismen, importiertes Sojaschrot stammt aus zertifizierter und abholzungsfreier europäischer Produktion.
Tierwohl: Leistung und Abgeltung
Anteil der Tiere in Prozent
Marktentwicklung und Ausblick
Schwein ist das Gegenbeispiel zu Rind und Geflügel. Der Inlandanteil bleibt hoch, der Markt ist stabil, und die Branche hat die Mengen aus eigenem Antrieb an die Nachfrage angepasst statt in eine Überproduktion zu laufen.
Die grösste Schwachstelle liegt nicht im Markt, sondern in der Abgeltung. Zwei Drittel der erbrachten Tierwohlleistung werden von den Betrieben getragen, ohne im Preis anzukommen. Wer diese Lücke nicht schliesst, riskiert Ausstiege und damit genau jenen hohen Inlandanteil, der heute als selbstverständlich gilt.
Quelle: Proviande, Branchenstatistik 2025.