Rindfleisch steht beim Pro-Kopf-Angebot an dritter Stelle. 2025 wuchs das Angebot um 6,2 Prozent, doch der Zuwachs kam fast ausschliesslich aus dem Ausland. Der Inlandanteil sank so deutlich wie bei keiner anderen grossen Fleischart.
Herkunft des Angebots 2025
Anteile am Gesamtangebot von 105’954 Tonnen
Der Markt in Zahlen
Mit 11,55 Kilogramm pro Person liegt Rindfleisch hinter Schweinefleisch mit 19,37 und Geflügel mit 16,54 Kilogramm. Die Inlandproduktion legte lediglich um 0,5 Prozent zu, die Importe dagegen um 22,6 Prozent.
Pro-Kopf-Angebot 2025 im Vergleich
Kilogramm pro Person und Jahr
Für die Produzenten war 2025 ein gutes Jahr. Muni erzielten im Mittel 11 Franken pro Kilogramm Schlachtgewicht nach 10.23 Franken im Vorjahr, Kühe 9.94 Franken nach 9.38 Franken. Die hohen Preise sind Ausdruck einer Nachfrage, welche die Inlandproduktion nicht mehr deckt.
Produzentenpreise
Franken pro Kilogramm Schlachtgewicht
Einordnung
Die Branchenstatistik weist ein Pro-Kopf-Angebot aus und keinen Konsum. Die Zahl umfasst auch Knochen, weggeschnittenes Fett, verdorbene Ware und Verfütterung an Haustiere. Der effektiv verzehrte Anteil liegt deutlich tiefer.
Beliebtheit und Kaufverhalten
Nach einer Konsumentenbefragung der Branchenorganisation Proviande in der Deutsch- und Westschweiz ist die Schweizer Herkunft das wichtigste Einkaufskriterium bei Fleisch, noch vor Preis, Frische und Labels.
Bei den Importen zeigt sich ein klares Muster. Verarbeitungsware stammt überwiegend aus Deutschland und Österreich, Edelstücke dagegen vorwiegend aus Südamerika. Darin liegt die eigentliche Ursache des sinkenden Inlandanteils: Ein Tier liefert nur wenige Kilogramm Filet, Entrecôte und Huft, während sich die Nachfrage genau auf diese Stücke konzentriert.
Labelfleisch-Anteil bei Rindern
Höchster Wert aller Tierarten, beim Bankvieh sind es 39 Prozent
Wichtigstes Label ist IP-Suisse mit 17 Prozent, gefolgt von Mutterkuh Schweiz mit 8,5 Prozent und Bio mit 5,5 Prozent.
Marktentwicklung und Ausblick
Hohe Produzentenpreise und wachsende Importe sind kein Widerspruch, sondern die Folge einer Nachfrage, die schneller wächst als die Inlandproduktion. Solange die Bestände nicht ausgeweitet werden, füllen Importe die Lücke.
Wer den Inlandanteil stützen will, muss deshalb bei den weniger gefragten Teilstücken ansetzen. Siedfleisch, Schulter und Brust stammen aus demselben Tier, kosten einen Bruchteil der Edelstücke und werden im Inland reichlich produziert.
Quelle: Proviande, Branchenstatistik 2025.