Geflügel ist die am stärksten wachsende Fleischart der Schweiz. 2025 standen pro Person 16,54 Kilogramm zur Verfügung, so viel wie nie zuvor. Gleichzeitig stammt ein wachsender Teil des Angebots aus dem Ausland.
Herkunft des Angebots 2025
Anteile am Gesamtangebot von 151’756 Tonnen
Der Markt in Zahlen
Beim Pro-Kopf-Angebot liegt Geflügel hinter Schweinefleisch mit 19,37 Kilogramm auf Platz zwei und hat Rindfleisch mit 11,55 Kilogramm längst überholt. Über die letzten zehn Jahre legte die Schweizer Geflügelfleischproduktion um rund 41 Prozent zu, mehr als jede andere Fleischart.
Pro-Kopf-Angebot 2025 im Vergleich
Kilogramm pro Person und Jahr
Einordnung
Die Branchenstatistik weist ein Pro-Kopf-Angebot aus und keinen Konsum. Die Zahl umfasst auch Knochen, weggeschnittenes Fett, verdorbene Ware und Verfütterung an Haustiere. Der effektiv verzehrte Anteil liegt deutlich tiefer.
Beliebtheit und Kaufverhalten
Nach einer Konsumentenbefragung der Branchenorganisation Proviande in der Deutsch- und Westschweiz ist die Schweizer Herkunft das wichtigste Einkaufskriterium bei Fleisch, noch vor Preis, Frische und Labels. Beim Geflügel klaffen Anspruch und Kaufverhalten jedoch weiter auseinander als bei jeder anderen Fleischart.
Über 38 Prozent des Angebots stammen aus dem Ausland. Brasilien ist mit Abstand grösster Lieferant und deckt rund 84 Prozent der Importe von gefrorenem Hühnerfleisch. Bei frischem Geflügel dominieren Ungarn, Frankreich und Deutschland.
Importe von gefrorenem Hühnerfleisch
Anteil Brasiliens an den Importen
Labelanteil bei Schweizer Masthühnern
Programme mit regelmässigem Auslauf im Freien oder Biorichtlinien
Der Grund für den tiefen Labelanteil liegt in den längeren Mastzeiten und den höheren Produktionskosten dieser Systeme.
Marktentwicklung und Ausblick
Die Nachfrage nach Pouletfleisch wächst ungebrochen, doch der Zuwachs wird zunehmend aus dem Ausland gedeckt. Der Bau neuer Geflügelställe scheitert häufig an bürokratischen Hürden, wodurch Wertschöpfung ins Ausland abfliesst.
Die Inlandproduktion ist stark konzentriert. Sie wird im Wesentlichen von Micarna, der Bell-Tochter MOSEG, Kneuss, Frifag sowie AEVI in der Region Genf sichergestellt. Wer den Inlandanteil halten will, muss deshalb bei den Bewilligungsverfahren ansetzen, nicht bei Appellen an die Konsumentinnen und Konsumenten.
Quelle: Proviande, Branchenstatistik 2025.