Tierseuchen in Europa: Was die Schweiz im Frühling 2026 wissen muss
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen beobachtet mehrere Tierseuchen in Europa. Für die Schweiz besteht erhöhte Aufmerksamkeit, aber kein Grund zur Panik. Alle bisherigen Ausschlussuntersuchungen im Land verliefen negativ.
Gleich mehrere Tierseuchen beschäftigen die europäischen Veterinärbehörden im Frühjahr 2026. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) publiziert monatlich ein Radar Bulletin, das die Lage bewertet und Massnahmen für die Schweiz ableitet. Die aktuelle Ausgabe vom März 2026 gibt einen Überblick über die relevantesten Krankheiten.
Afrikanische Schweinepest bleibt das grösste Risiko
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist weiterhin die drängendste Bedrohung für die Schweizer Schweinebestände. Beim Wildschwein sind die Fallzahlen in Europa im März wieder deutlich angestiegen, besonders in Polen (780 Fälle) und Litauen (352 Fälle). In Deutschland hat sich die Zahl der Fälle mehr als verdreifacht, wobei Nordrhein-Westfalen besonders betroffen ist. Für den Menschen ist ASP ungefährlich, für Schweine jedoch tödlich. Das Virus ist äusserst widerstandsfähig und bleibt in Fleischprodukten und Kadavern über Monate infektiös. Das BLV warnt ausdrücklich davor, Schweine- oder Wildschweinefleisch aus betroffenen Gebieten in die Schweiz mitzubringen. Ein Postpaket aus Rumänien mit ASP-infiziertem Schweinefleisch, das am 2. März 2026 in Luxemburg beschlagnahmt wurde, zeigt, wie real dieses Risiko ist.
Lumpy Skin Disease und Vogelgrippe: Lage entspannt sich
Die Lumpy Skin Disease (LSD), eine Viruserkrankung bei Rindern, hat sich in Europa seit Anfang März nicht weiter ausgebreitet. Frankreich, Spanien und Italien sind weiterhin mit der Bekämpfung beschäftigt, die Situation stabilisiert sich jedoch. In der Schweiz wurde LSD noch nie nachgewiesen, das Einschleppungsrisiko mit steigenden Temperaturen und zunehmender Insektenaktivität bleibt aber erhöht. Bei der Vogelgrippe (HPAI) hat das BLV die landesweiten Schutzmassnahmen per 1. April 2026 aufgehoben, erhöhte Wachsamkeit in Geflügelbetrieben bleibt jedoch gefordert. Alle im ersten Quartal 2026 in der Schweiz durchgeführten Ausschlussuntersuchungen auf hochansteckende Tierseuchen verliefen negativ.