Das beste Cordon bleu der Schweiz kommt aus Seon

Roger Christen vom Restaurant Frohsinn in Seon AG hat den «Blick Check» gewonnen. Über 17’000 Leserinnen und Leser stimmten ab, das Resultat fiel denkbar knapp aus. Was steckt hinter dem Erfolg eines Gastronomen, der jedes Jahr rund 20’000 Cordon bleus aus seiner Küche schickt?


Das Finale war ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Zwischen Platz eins und zwei lagen am Ende weniger als 100 Stimmen, bei über 5’500 Votings in der Schlussrunde. Sieger ist Roger Christen mit dem Cordon bleu seines Restaurants Frohsinn in Seon AG. Der 63-Jährige ist kein Unbekannter in der Branche, wer in der Deutschschweiz nach einem guten Cordon bleu fragt, landet früher oder später in Seon.

Roger Christen Frohsinn Seon


Christen schneidet sein Schnitzel aus einem grossen Stück Kalbfleisch, aufgeklappt wie ein Schmetterling. Anschliessend läuft es zweimal durch den sogenannten «Steaker», der das Fleisch zart macht und in Form bringt. Gefüllt wird mit Schinken und Käse, die genaue Gewürzmischung bleibt Hausgeheimnis. Die Panade, bestehend aus Mehl, einer Ei-Milch-Mischung und Paniermehl, muss laut Christen absolut gleichmässig sein, sonst überdeckt sie den Geschmack von Fleisch und Käse.

Gebraten wird nicht schwimmend, sondern mit einem eigenen Spezialfett, das bei rund 180 Grad unten wegläuft wie Wasser und nicht ins Fleisch einzieht. Das Ergebnis ist ein knuspriges, nicht schweres Cordon bleu.

13 Varianten, ein Geheimrezept

Das Restaurant Frohsinn führt derzeit 13 Varianten des Cordon bleu, von der klassischen Appenzeller Art mit Schinken und Appenzellerkäse über die Freiburger Art mit Vacherin bis zum Tartufo mit Trüffelbrie.

Frohsinn Seon (AG)

Auf der eigenen Website gibt das Restaurant an, jährlich gut 10’000 Cordon bleus zu servieren, gegenüber Blick sprach Christen von rund 20’000 Stück. Das Restaurant mit 150 Sitzplätzen ist an den Wochenenden ausgebucht, Gäste reisen aus anderen Kantonen und teils aus dem Ausland an.


Die Gästebewertungen auf Tripadvisor und Google bestätigen das Bild, das der Wettbewerb gezeichnet hat. Zahlreiche Rezensionen heben die knusprige Panade, die saftigen Portionen und das gute Preis-Leistungs-Verhältnis hervor. Das Restaurant hält auf Google eine Bewertung von 4,5 von 5 Sternen, basierend auf einer grossen Anzahl Bewertungen.

Kritischere Stimmen monieren gelegentlich den hohen Lärmpegel im vollen Lokal sowie Wartezeiten beim Service. Für das Cordon bleu selbst gibt es kaum negative Rückmeldungen.

Körperlicher Preis und treues Team

Christen spricht offen über den körperlichen Preis seines Handwerks. Wie er gegenüber Blick ausführte: «Vor zwei Jahren musste ich meinen Rücken operieren. Diese ganze Holzerei geht nicht spurlos an einem vorbei.» Das Geheimnis seines Erfolgs sieht er dennoch nicht im Rezept oder in der Technik allein, sondern in seinem Team. Zwei Mitarbeiterinnen sind seit über 20 Jahren im Betrieb, eine davon seit 24 Jahren.

Gerüchte über eine Schliessung im Zusammenhang mit seiner Pensionierung weist Christen zurück: «Ich mache weiter, solange ich kann.» Sein persönliches Ziel ist eine halbe Million servierte Cordon bleus vor dem Ruhestand, er selbst sagt, er sei kurz davor.

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