Wegen der seit Juni 2025 in Frankreich auftretenden Lumpy Skin Disease untersagt das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen die Sömmerung von Schweizer Rindern in Frankreich für die Saison 2026. Ziel ist es, die Einschleppung der hochansteckenden Tierseuche in die Schweiz zu verhindern. Betroffen sind rund 260 Betriebe, vorwiegend in der Westschweiz. In der Schweiz wurde bisher kein Fall festgestellt.
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat den Entscheid nach Gesprächen mit kantonalen Veterinärdiensten und Vertretern der Branche gefällt. Hintergrund ist das erhöhte Risiko erneuter Ausbrüche in Frankreich nach dem Ende der vektorfreien Winterperiode. Eine Sömmerung in betroffenen Gebieten würde rund 6000 Tiere einem erheblichen Seuchenrisiko aussetzen und damit auch den gesamten Schweizer Rindviehbestand von rund 1,5 Millionen Tieren gefährden.
Impfungen in Grenzregionen
Als zusätzliche Schutzmassnahme erhalten alle Rinder, Büffel und Bisons in den bestehenden Impfzonen im Kanton Genf sowie in Teilen der Kantone Waadt und Wallis bis Ende Frühling 2026 eine Auffrischungsimpfung. Der Bund übernimmt die Kosten für den Impfstoff, die Kantone finanzieren die Durchführung. Für die Tierhaltenden entstehen keine Kosten. Verdachtsfälle müssen umgehend der Tierärztin oder dem Tierarzt gemeldet werden.
Unterstützung für betroffene Betriebe
Das Verbot stellt insbesondere für Betriebe in Grenznähe eine organisatorische und wirtschaftliche Herausforderung dar. Landwirtschaftsorganisationen begleiten die Tierhaltenden bei der Suche nach alternativen Sömmerungsplätzen auf Schweizer Boden. Eine finanzielle Entschädigung ist mangels gesetzlicher Grundlage nicht vorgesehen.
Tägliche Tierbeobachtung bleibt zentral
Die Behörden betonen die Bedeutung einer konsequenten täglichen Tierbeobachtung. Da die Krankheit durch Insekten übertragen wird und sich Symptome rasch entwickeln können, sollen auch Tiere auf abgelegenen Weiden regelmässig kontrolliert werden. Ergänzend gelten weiterhin Empfehlungen zum Schutz vor Insektenstichen und zur Einhaltung strenger Biosicherheitsmassnahmen.
Die Lumpy Skin Disease ist eine Viruserkrankung, die Rinderartige befällt. Sie äussert sich durch Fieber, Mattigkeit und knotige Hautveränderungen. Für Menschen besteht keine Gefahr.



