Die Vereinten Nationen haben das Jahr 2026 zum internationalen Jahr der Weiden und Hirten erklärt. Im Zentrum stehen Menschen, Tiere und Weidelandschaften, die weltweit eine zentrale Rolle für Ernährung, Umwelt und ländliche Entwicklung spielen. Auch für die Schweiz und für das Thema Fleisch ist dieses UNO Jahr von besonderer Bedeutung.
Mit dem internationalen Themenjahr macht die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UNO auf die enorme Bedeutung der Weidewirtschaft aufmerksam. Rund 200 Millionen Menschen weltweit leben direkt von Weiden und von der Arbeit mit Tieren. Weiden sichern Nahrung, Einkommen und kulturelle Identität, häufig in Regionen mit wenigen Alternativen. Gleichzeitig stehen sie unter Druck durch Klimawandel, Nutzungsaufgabe und wirtschaftliche Unsicherheit. Das UNO Jahr soll Bewusstsein schaffen und politische sowie gesellschaftliche Unterstützung stärken.

Zwei Drittel der der landwirtschaftlichen Nutzflächen der Schweiz sind Grasland
In der Schweiz sind Weiden kein Randthema, sondern ein Fundament der Landwirtschaft. Rund zwei Drittel der landwirtschaftlichen Nutzflächen bestehen aus Grasland, das ausschliesslich durch Weidetiere genutzt werden kann. Besonders im Berg und Alpgebiet ist die Arbeit von Hirten, Älplerinnen und Älplern entscheidend. Ohne sie würden diese Flächen verbuschen, verwalden und für die Ernährung verloren gehen. Genau hier setzt das UNO Jahr an, indem es die Menschen sichtbar macht, die diese Landschaften tagtäglich erhalten.
Weiden, Hirten und Fleisch gehören zusammen
Das UNO Jahr der Weiden und Hirten ist auch ein Jahr der Einordnung von Fleisch. Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen können Gras verwerten, das für den Menschen unverdaulich ist. Sie machen aus Weideland hochwertige Lebensmittel. Fleisch aus Weidehaltung ist somit kein Widerspruch zu Nachhaltigkeit, sondern ein Ergebnis standortgerechter Nutzung. Ohne Hirten und ohne Weiden gäbe es diese Form der nachhaltigen Fleischproduktion nicht.
Mehr als Nahrung, Weiden als Lebensräume für Biodiversität
Weidewirtschaft leistet weit mehr als Lebensmittelproduktion. Beweidete Flächen fördern die Biodiversität, speichern Kohlenstoff im Boden und regulieren den Wasserhaushalt. Die Tiere tragen zur Bodenfruchtbarkeit bei und sichern langfristig stabile Ökosysteme. Die UNO rückt diese Zusammenhänge ins Licht, weil sie für Klima, Umwelt und Ernährungssicherheit gleichermassen relevant sind.
Gemeinsames Engagement in der Schweiz
In der Schweiz wird das UNO Jahr von einer breiten Allianz getragen, darunter der Schweizer Bauernverband, der Schweizerischer Alpwirtschaftlicher Verband, die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für die Berggebiete und Helvetas. Im Mittelpunkt stehen Geschichten von Hirten und Älplerinnen, internationale Perspektiven sowie eine Tagung im Wallis, an der Zukunftsstrategien für Weide und Alpwirtschaft diskutiert werden sollen. Die Schweizer Alpsaison ist zudem als immaterielles Kulturerbe der UNESCO anerkannt, ein starkes Zeichen für den kulturellen Wert dieser Arbeit.
Ein Anlass, auch die Qualität von Fleisch neu zu verstehen
Der Grund für diesen Beitrag liegt im UNO Jahr der Weiden und Hirten. Es liefert den Rahmen, um Fleischkonsum aber auch den Nutzen der nachhaltigen Produktion differenziert zu betrachten. Fleisch darf keine Massenware sein, sondern ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel als Ergebnis von Arbeit auf Weiden, von Wissen, Verantwortung und auch Pflege der Landschaft. Wer über Fleisch spricht, muss auch über Weiden und Hirten sprechen und ihre Rolle in der Lebensmittelproduktion und des Landschaftsschutzes sprechen. Genau darauf will das internationale Themenjahr aufmerksam machen, wie die Projektgruppe in ihrer Medienmitteilung festhält .




