Migros: Ein Bruch mit den Werten der „Generation M“?
Die Migros galt lange als Vorreiterin für Nachhaltigkeit und Tierwohl. Besonders mit ihrer Kampagne „Generation M“ versprach sie, die Schweizer Tierhaltungsstandards auch auf importierte Produkte anzuwenden. Doch ein offener Brief von Schweizer Tierschutzorganisationen zeigt: Dieses Versprechen könnte gebrochen werden.
Die Kritik richtet sich gegen die Entscheidung, Fleisch zu importieren, das nicht den Schweizer Mindeststandards für Tierhaltung entspricht. Dies sei nicht nur ein Rückschritt für das Tierwohl, sondern auch eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten ausländischer Produzenten.
Was bedeutet das für Konsumentinnen und Konsumenten?
Viele Menschen vertrauen darauf, dass im Regal der Migros nur ethisch vertretbare Produkte stehen. Doch wenn Importfleisch unter Bedingungen produziert wird, die in der Schweiz als tierquälerisch gelten, wird dieses Vertrauen erschüttert.

Ein Argument der Migros lautet, dass der Markt die Nachfrage bestimme und man den Kundinnen und Kunden keine Konsumentscheidungen aufzwingen wolle. Doch die Vergangenheit zeigt: Der Detailhandel kann aktiv beeinflussen, was gekauft wird. Ein gutes Beispiel ist der Verzicht auf Käfigeier – einmal aus den Regalen verbannt, wurden sie von den Konsumierenden nicht vermisst.
Wie geht es weiter?
Die Tierschutzorganisationen fordern die Migros-Direktion auf, die Entscheidung zu überdenken und sich wieder konsequent für tierfreundliche Produkte einzusetzen. Ob Migros diesen Appell ernst nimmt, bleibt abzuwarten.
Fest steht: Nachhaltigkeit darf kein leeres Versprechen sein. Kundinnen und Kunden haben das Recht zu wissen, ob ein Produkt tatsächlich ethischen Standards entspricht – oder ob ein Unternehmen nur mit grünen Schlagworten wirbt, ohne seine Werte zu leben.