Proviande kritisiert die neuen Ernährungsempfehlungen des Bundes
Die Ernährungsempfehlungen für die Schweiz wurden 2011 letztmals überarbeitet. Proviande kritisiert die Anpassungen, weil die Bedeutung von Fleisch in den neuen Schweizer Ernährungsempfehlungen des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen deutlich reduziert wurde. Diese Marginalisierung eines wichtigen Lebensmittels und die Darstellung der neuen Lebensmittelpyramide verärgern Proviande.
Fleisch ist ein äusserst hochwertiges Lebensmittel und Bestandteil für eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Nun aber wird der Anteil von Fleisch in den neuen Ernährungsempfehlungen stark abgewertet, weil es fälschlicherweise bei Gesundheits- wie auch Umweltaspekten in der Kritik steht. Als Ersatz für tierische Proteine sollen gemäss den Empfehlungen zur neuen Lebensmittelpyramide vermehrt pflanzliche Proteine aufgenommen werden. Hiess es bisher «Fleisch, Fisch, Eier & Tofu», so lautet die Reihenfolge nun «Hülsenfrüchte, Eier, Fleisch und Weitere».

Bund will auf mehr Nachhaltigkeit setzen und straft Fleisch als Nahrungsmittel ab
Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV hat im Rahmen der Schweizer Ernährungsstrategie und in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung SGE neue Ernährungsempfehlungen erarbeitet. Diese berücksichtigen vermehrt auch Aspekte der Nachhaltigkeit. So wurde die bisherige Lebensmittelpyramide mit der Empfehlung: «Konsumieren Sie Fleisch massvoll.» soweit angepasst, dass heute primär auf Proteinquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu, Eier, Fisch und Weitere verwiesen wird. Fleisch kommt in der Aufzählung der proteinhaltigen Lebensmittel zwar noch vor, jedoch wurde dessen Bedeutung damit marginalisiert.

Es gebe keinen Grund, so Proviande, die empfohlene Menge an Fleischkonsum zu verringern. Denn es liegt keine wissenschaftliche Evidenz vor, dass Fleisch, so wie es mengenmässig heute in der Schweiz verzehrt wird, negative Auswirkungen auf die Gesundheit hat.
Proviande kritisiert Verknüpfung mit Nachhaltigkeit als fragwürdig
Gemäss Proviande ist der Umwelt nicht geholfen, wenn mehr Pflanzen und weniger tierische Lebensmittel gegessen werden. Denn ein verminderter Fleischkonsum führt nicht in erster Linie zu Ressourcenschonung, so die Branchenorganisation. Die Behauptung, tierische Lebensmittel würden die Umwelt stärker belasten als pflanzliche Lebensmittel, sei eine pauschale Falschannahme, insbesondere in Anbetracht der hohen Schweizer Produktionsstandards, führt Proviande weiter aus.
Lebensmittelpyramide blendet Fleisch fast aus
Halb versteckt hinter einem Tofu-Quader findet sich in der neuen Lebensmittelpyramide eine kleine Pouletbrust. Rotes Fleisch, wie beispielsweise vom Schwein oder Rind, fehlt gänzlich. Proviande kann diese grafische Herabstufung von Fleisch in der Lebensmittelpyramide nicht nachvollziehen und verlangt eine bessere Sichtbarkeit von Fleisch. Die neue Lebensmittelpyramide vermittelte einer Betrachterin oder einem Betrachter den Eindruck, rotes Fleisch zu essen sei unnötig, ja gar nicht empfehlenswert.